Keine Entwarnung für Waldbesitzer
Borkenkäfer – Schwärmflug 2019 hat begonnen

Die Borkenkäfer haben in den warmen Tagen des Osterwochenendes ihren Schwärmflug begonnen. Deshalb heißt es für Waldbesitzer ab sofort, die Augen offen zu halten. Wie das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vergangene Woche mitteilte, haben nach dem vergangenen Trockenjahr die Käfer in hoher Zahl überwintert. Unter anderem in den Landkreisen München und Ebersberg mit vielen Schadhölzern aus Sturmwürfen und Schneebrüchen finden die Käfer nun ideale Brutmöglichkeiten. Das bedeutet für die Suche nach frischem Käferbefall, dass nicht nur besonnte Waldränder und Käferlöcher des vergangenen Jahres kontrolliert werden müssen. Mit Befall muss auch im Bestandesinneren gerechnet werden, wo durch den schweren Nassschnee von Anfang Januar abgebrochene Kronen liegen.

Borkenkäfer-Gefahr: Erhöhung der Fördersätze für Borkenkäferbekämpfung

1507 Borkenkäfer Holztransport

Borkenkäfertransport

Forstministerin Michaela Kaniber hat die Mittel zur Bekämpfung des Borkenkäfers noch einmal deutlich erhöht. Waldbesitzer erhalten ab sofort bis zu zwölf Euro pro Kubikmeter Holz, wenn sie befallene Bäume rasch fällen und aus dem Wald transportieren. Bislang betrugen die Zuschüsse fünf Euro pro Kubikmeter. „Wir müssen alle Register ziehen, um dem Käfer Brutraum für die weitere Vermehrung zu entziehen“, sagte Kaniber. Denn heuer sei nahezu bayernweit eine besonders starke Vermehrung und Ausbreitung der Käfer festzustellen.
Ab sofort ist zusätzlich zur bisherigen Fördermöglichkeit die Vorbereitung der insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung außerhalb Schutzwald förderfähig.
Beispiel: Gehen wir von einem Baum aus mit 1 Festmeter (fm) Stammholz. Hinzu kommen 0,2 fm Kronenmaterial (Waldrestholz), das normal nicht verwertbar ist, aber behandelt werden muss.

Hieraus ergibt sich ein maximaler Fördersatz:

  • 1 fm Verbringen ODER Entrinden à 5€/fm = 5 €
  • 0,2 fm (20%) Aufarbeitung Waldrestholz (Verbrennen, Häckseln) à 5€/fm = 1 €
  • => 1, 2 fm Vorbereitung insektizidfreie Aufarbeitung à 5€/fm = 6 €
  • Summe bezogen auf 1 fm befallenes Borkenkäferschadholz = 12 €
Allgemeine Hinweise:
1. Eine Förderung ist nur möglich für Holzmengen, die anschließend insektizidfrei waldschutzwirksam bearbeitet werden, also ausschließlich in Verbindung mit den Maßnahmen Entrinden, Verbringen und/oder Aufarbeitung von Waldrestholz.
2. Eine rückwirkende Antragstellung ist nicht möglich. Die Förderung der „Vorbereitung“ kann nur bei neu gestellten Anträgen mit dem neuen Arbeitsplan erfolgen.
3. Längerfristig beantragte Maßnahmen von Maßnahmenträgern, die nun auch die „Vorbereitung“ beantragen wollen, können vom Antragsteller zurückgezogen und erneut gestellt werden, wenn mit der Maßnahme noch nicht begonnen wurde.
4. Auch diese Fördermaßnahme ist auf das Jahr 2019 befristet!
5. Gefördert wird auch die insektizidfreie, waldschutzwirksame Aufarbeitung des auf der Schadfläche angefallenen und nicht zur Vermarktung vorgesehenen Waldrestholzes.
6. Es gilt eine Bagatellgrenze von 250 € je Fördermaßnahme.

Unsere Beratungsförster unterstützen Sie selbstverständlich bei der Beantragung dieser Fördermaßnahme.

Vorgehen bei Borkenkäferbefall

Bitte beachten Sie, dass wegen des Befalls mit Kupferstecher auch Resthölzer, Gipfelstücke und Äste gehackt oder aus dem Wald verbracht werden müssen.
Von höchster Bedeutung ist es, den Borkenkäferbefall der ersten Generation im Frühjahr zu erkennen, die betroffenen Fichten zu fällen und umgehend aus dem Wald abzufahren. Zudem ist es ratsam, die Baumkronen zu häckseln, um den Käfern Brutmaterial zu entziehen. Nur durch frühzeitiges Handeln können große Schadholzmengen im Lauf des Jahres vermieden werden. Denn aus einer übersehenen vom Buchdrucker befallenen Fichte schlüpfen genug Käfer, um 20 weitere Fichten zu befallen. In der zweiten Generation werden aus den 20 neubefallenen Fichten bereits 400.
Borkenkäfer_BohrmehlZoombild vorhanden

Am Stammfuß der Fichte sammelt sich Bohrmehl, ein eindeutiger Hinwies auf frischen Borkenkäferbefall.

Eindeutige Zeichen frischen Befalls
sind die kleinen runden Einbohrlöcher in der Rinde und das daraus ausgeworfene braune Bohrmehl.
Dieses sammelt sich in Rindenschuppen, Spinnennetzen und am Stammfuß.
Nach Regen kann es schwierig sein, Bohrmehl zu finden.
Am besten sollte nach ein paar sonnigen Tagen gesucht werden.

Auch am Boden liegende grüne Nadeln und Harztropfen am Stamm sind Spuren eines frischen Borkenkäferbefalls.

Beratung und Unterstützung bieten unsere Revierleiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg.

Weitere Information zum Borkenkäfer und zur aktuellen Situation