Erzeugung gestalten – Arten erhalten
Biodiversität im Landkreis Ebersberg, in Stadt und Landkreis München

Wabenförmig angeordnete Bilder und Schriftzug "Produktion gestalten, Arten erhalten"

Biodiversität steht für die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Im Ökosystem sind Mensch, Tier, Pflanze und Landschaft miteinander verwoben. Wer diese Vielfalt schützt, sorgt für eine intakte Umwelt, mehr Lebensraum für Insekten und damit auch für Lebensqualität und Wohlergehen aller.

Unser Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt Landwirte, eine nachhaltige Bewirtschaftung umzusetzen. Förderprogramme werden stärker auf Biodiversität ausgerichtet, der Trend zur Regionalität wird gestärkt.

Aktuelles

Informationsveranstaltung zu Landwirtschaft und Biodiversität

Teilnehmer betrachten WieseZoombild vorhanden

Artenreiche Wiese

Wie landwirtschaftliche Nutzung und Biodiversität in Einklang gebracht werden können, stellte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg in Zusammenarbeit mit Landwirten, dem Bayerischen Bauernverband, der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Ebersberg und dem Landschaftspflegeverband Ebersberg e.V. bei einer Informationsveranstaltung Ende Mai 2019 dar. Bei einem Rundgang im Südlichen Schwabener Moos wurden Flächen vorgestellt, die landwirtschaftlich genutzt werden und gleichzeitig der Biodiversität dienen. Zuerst wurde die "Pflegewiese" von Anton Steiler besichtigt. Sie wird seit vielen Jahren nicht mehr gedüngt und ist nunmehr eine blütenreiche Wiese geworden. Zweimal im Jahr wird sie gemäht und so Heu für die Pferdehaltung gewonnen.
Die zwei anschließend besuchten Flächen von Sebastian Obermair weisen ebenso einen großen Blühbestand auf. Zuletzt ging es noch zu zwei Flächen mit KULAP-Maßnahmen mit jährlich wechselnden Blühflächen und mit Gewässer- bzw. Erosionsschutzstreifen von Herbert Wagner. Alle waren sich einig, dass bei solchen Nutzungsformen Ertragsverluste für die Landwirte entstehen, wofür eine Entschädigung notwendig sei. Ebenso sei eine extensivere Grünlandnutzung wie der Verzicht auf den ersten Schnitt auf kleineren Teilflächen, zum Beispiel am Waldrand, sinnvoll, da hier die Ernteverluste für die Landwirte geringer und gleichzeitig die Verbesserung der Biodiversität wirksamer seien.

Blühfläche vor dem Landwirtschaftsamt gemeinsam angelegt

In voller Blütenpracht zeigen sich den Besuchern des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg in der Wasserburger Straße derzeit die beiden Blühstreifen, die als Demonstrationsfläche für eine "Differenzierte Grünlandbewirtschaftung" angelegt wurden. Mit Unterstützung des Amts säte Landwirt Josef Grasser im September 2018 auf zwei Teilflächen seiner von ihm bewirtschafteten Wiese eine Blühmischung mit hohem Kräuteranteil an.
Die gesamte Wiese einschließlich der beiden Blühflächen nutzt der Landwirt, um Futter für seine Milchkühe zu gewinnen.
Mahd der Blühstreifen erst nach Absamen
Im Unterschied zu der inzwischen bereits abgeernteten Teilfläche werden die beiden Blühstreifen aber erst im Sommer nach dem Absamen der Pflanzen gemäht, bleiben hierdurch in ihrer Artenvielfalt erhalten und dienen vielen verschiedenen Insekten als Lebensgrundlage. Das Futter von den Blühstreifen erreicht zwar nicht die Menge und Qualität der Restfläche, kann aber im landwirtschaftlichen Betrieb z. B. als Heu gut verwertet werden.
Artenzusammensetzung ändert sich
Im ersten Jahr nach der Aussaat dominieren auf den Blühflächen der schnell wachsende rote Mohn und die blaue Kornblume, die Artenzusammensetzung wird sich aber nach Heranwachsen und Absamen anderer Arten im Laufe der Jahr immer wieder ändern.

Vogelkundlichen Waldwanderung
Artenvielfalt im Naturwaldreservat Geuderleite entdeckt

Das nasskalte Regenwetter hielt am 26. April 2019 zahlreiche Teilnehmende nicht von der vogelkundlichen Waldwanderung durch das Naturwaldreservat Geuderleite ab. Im Frühlingswald führte die Tour vom Hochufer der Isar den Hangwald hinab bis zur Isar. Förster Gerrith Hinner stellte die verschiedensten Waldgesellschaften mit ihren Zeigerpflanzen vor. 

Vogelkundler Manfred Siering erzählte erstaunliche Fakten zu den hier vorkommenden Vögeln, zum Beispiel zum Uhu, der in den Felsen des Isarhanges brütet. Ob Gänsesäger, Mönchsgrasmücke, Rötelmaus oder ein Biber-Bau: Die vorgezeigte Artenvielfalt war groß. Förster Gerrith Hinner freute sich über die äußerst interessierten Besucher: "Wenn bei nasskaltem Wetter eine Führung eine Stunde länger dauert als geplant, so zeigt mir das, dass es eine gelungene und für alle bereichernde Veranstaltung war."