Bildungsprogramm Wald
Fortbildungen für Waldbesitzer 2021

Wald mit Nadel- und Laubbäumen

Auf Grund der aktuellen Lage setzt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg zum jetzigen Zeitpunkt die Fortbildungsreihe "Bildungsprogramm für Waldbesitzer", kurz BiWA, für das Jahr 2021 aus.

Ersatzweise bietet der Bereich Forsten eine Online-Weiterbildung in Form von Beiträgen zu verschiedensten Forstthemen an.

Thema: Königsbronner Anschlag-Technik (KAT)

Königsbronner Anschlag-Technik (KAT)
Die Königsbronner Anschlag-Technik wurde entwickelt, um bei der seilunterstützten Holzernte das Zugseil ohne Leiter einfach und zügig in ca. 5-6 m Höhe am Baum zu befestigen.

Mit dieser Technik lassen sich Bäume ohne Äste und auch Bäume mit tief angesetzten Ästen anschlagen. Der Vorteil hierbei ist, dass keine sperrige Leiter mehr mitgeführt werden muss und die Unfallgefahr des Abstürzens nicht mehr gegeben ist.

Ausrüstung

  • ein Baumzugseil mit Dyneemakern
  • zwei Schäkel
  • eine KAT Anschlagkralle
  • eine Teleskopstange (ausziehbar bis ca. 5-6 m)
  • ein Transportsack

Ablauf der Königsbronner Anschlag-Technik

Für Bäume ohne Äste bis ca. 7 m

Schritt 1
Zuerst muss die Mitte des Dyneemaseiles in die Anschlagkralle gelegt werden, sodass die beiden Enden (gespleißte Augen) nach unten hängen.
Schritt 2
Als nächstes wird das Seil entgegen der mit der Schubstange in der gewünschten Anschlagshöhe positioniert. Um ein sicheres Anschlagen zu gewährleisten, sollten die Dornen der Kralle in die Baumrinde gedrückt werden.
Um eine Verdrehung im Seil zu vermeiden, werden beide Seilenden am Boden ausgelegt.
Schritt 3
Anschließend wird ein Schäkel in ein gespleißtes Auge geschraubt. Hierbei ist wichtig, dass der Schraubverschluss am Spleiß liegt, um ein Aufdrehen beim Hochziehen des Seiles zu vermeiden. Jetzt wird der freie Spleiß durch den Schäkel geführt, sodass eine Schlinge entsteht.
Schritt 4
Nun kann das Seil am freien Auge gezogen werden, um somit die Schlinge in der gewünschten Anschlagshöhe zu positionieren (Tipp: Schlinge mit der Hand aufziehen, um Bewegungen im Kronenbereich zu vermeiden.)
Hierbei handelt es sich um ein geschnürtes bzw. gewürgtes System. Stets den korrekten Seilverlauf kontrollieren.
Seil um einem Baum geschlungen. Zugseil in einem 15 Gradwinkel zum Stamm nach unten geneigt.Zoombild vorhanden

Zusatz zu Schritt 4

Zusatz zu Schritt 4
Der Umlenkwinkel des Seiles am Schäkel soll kleiner als 15 Grad sein, um eine Drehwirkung zu verhindern.
Schritt 5

Abschließend wird mit dem zweiten Schäkel der freie Spleiß mit dem Auge am Schlepperseil verbunden.

ACHTUNG: Beim Vorspannen des Schlepperseiles keine Umkehrspannung erzeugen!

Für Bäume mit Ästen am Stamm

Schritt 1
Das Dyneemaseil am Boden auslegen und einen Schäkel so in ein gespleißtes Auge schrauben, dass der Schraubverschluss wieder am Spleiß liegt, um ein Aufdrehen zu verhindern. Wichtig ist, dass das Auge mit dem Schäkel in die Anschlagskralle gelegt wird (nicht der Schäkel in der Anschlagskralle).
Schritt 2
Mit Hilfe der Teleskopstange und der daran befestigen Kralle kann das Auge in die gewünschten Höhe über einen Ast gelegt werden.
Schritt 3
Nach einer Drehung der Schubstange um 180 ° wird der Schäkel mit dem Haken an der Anschlagskralle nach unten gezogen. Im Anschluss wird der freie Spleiß durch den Schäkel geführt, sodass eine Schlinge entsteht.
Schritt 4

Als nächstes kann das Seil am freien Auge gezogen werden, um so die Schlinge an der gewünschten Anschlagshöhe zu positionieren (Tipp: Schlinge mit der Hand aufziehen, um Bewegungen im Kronenbereich zu vermeiden). Hierbei handelt es sich um ein geschnürtes bzw. gewürgtes System.

Alternativ muss hier nicht unbedingt eine Schlinge erzeugt werden, d.h. wenn der Schäkel nach unten gezogen wurde, wird der Schraubverschluss geöffnet, der zweite Spleiß und das Auge des Schlepperseiles miteingeschraubt. Bei dieser Version handelt es sich um ein umgelegtes System.

Stets den korrekten Seilverlauf kontrollieren, der Umlenkwinkel des Seiles am Schäkel soll kleiner als 15 Grad sein.

Behandlung von Zwieseln - Richtiges Anlegen

Das Seil immer an die stärkere Zwieselseite anbringen, da ansonsten akute Ausbruchgefahr besteht, denn der Zwiesel ist nicht miteinander verwachsen.

V-Zwieselbaum mit einer Schlinge am rechten Zwieselstamm

V-Zwiesel

U-Zwieselbaum mit einer Schlinge am rechten Zwieselstamm

U-Zwiesel